18.05.2026
Sonnenschutz am Arbeitsplatz: So nutzen Mitarbeitende PSA und Sonnencreme wirklich
18.05.2026
Sonnenschutz am Arbeitsplatz ist in vielen Betrieben längst ein Thema. Trotzdem zeigt die Praxis: Nur weil Schutzkleidung, Sonnencreme oder Schutzbrillen vorhanden sind, werden sie nicht automatisch konsequent genutzt.
Gerade auf Baustellen, in Werkhöfen, in der Logistik, im Gartenbau oder bei Montagearbeiten im Freien braucht es Lösungen, die im Alltag funktionieren. Denn Mitarbeitende haben oft ganz konkrete Gründe, warum Sonnenschutz liegen bleibt: Lange Kleidung ist zu warm, Sonnencreme klebt, die Schutzbrille beschlägt oder sitzt nicht richtig.
Das ist nicht einfach Bequemlichkeit. Oft zeigt es, dass die gewählte PSA oder das bereitgestellte Sonnenschutzmittel nicht gut genug zur Arbeitssituation passt.
Wer Sonnenschutz im Team wirklich verankern möchte, sollte deshalb nicht nur Regeln aufstellen. Entscheidend sind bequeme Produkte, klare Routinen und Führungskräfte, die mit gutem Beispiel vorangehen.
Sonnenschutz am Arbeitsplatz wird dann zuverlässig genutzt, wenn er einfach, angenehm und alltagstauglich ist. Leichte UV-Schutzkleidung, gut sitzende Schutzbrillen, passende Sonnencreme und feste Abläufe helfen dabei, Schutzmassnahmen bei Arbeiten im Freien selbstverständlich zu machen.
Viele Mitarbeitende wissen, dass UV-Strahlung der Haut schaden kann. Trotzdem wird Sonnenschutz bei Arbeiten im Freien häufig erst dann ernst genommen, wenn die Sonne bereits stark brennt oder erste Hautrötungen sichtbar werden.
Typische Einwände sind zum Beispiel:
Genau hier lohnt es sich anzusetzen. Sonnenschutz sollte nicht jedes Mal neu diskutiert werden müssen. Er gehört idealerweise zur normalen Arbeitsvorbereitung – genauso wie Sicherheitsschuhe, Helm oder Handschuhe.
Sonnencreme ist wichtig, aber sie ist nur ein Teil des Schutzes. Wirklich sinnvoll ist eine Kombination aus technischen, organisatorischen und persönlichen Schutzmassnahmen.
Dazu gehören zum Beispiel:
Schon kurze Aufenthalte in der Sonne können ausreichen, um einen Sonnenbrand zu verursachen. Wer draussen arbeitet, sollte deshalb frühzeitig und konsequent geschützt sein – nicht erst, wenn es sich «heiss» anfühlt.
Beim Sonnenschutz am Arbeitsplatz treffen verschiedene Schutzbereiche zusammen: Kleidung, Augenschutz, Kopfschutz und Hautschutz. Nicht jedes Produkt ist gleich einzuordnen. Für die Auswahl von PSA und UV-Schutzprodukten sind geprüfte Eigenschaften, passende Kennzeichnungen und der konkrete Einsatzbereich entscheidend.
Bei Kleidung mit ausgewiesenem UV-Schutz ist die Norm EN 13758 relevant. Sie beschreibt, wie Textilien und Kleidungsstücke auf ihren UV-Schutz geprüft werden. EN 13758-1 bezieht sich auf das Material, EN 13758-2 auf das fertige Kleidungsstück.
Für den Arbeitsalltag heisst das: Ein normales T-Shirt schützt nicht automatisch gleich gut wie geprüfte UV-Schutzkleidung. Material, Farbe, Webart, Dehnung, Nässe und Abnutzung können den Schutz beeinflussen.
Für Schutzbrillen im beruflichen Einsatz ist EN 166 eine wichtige Norm. Sie definiert grundlegende Anforderungen an den persönlichen Augenschutz, etwa Sichtfeld, optische Qualität und Robustheit. Je nach Modell kommen weitere Eigenschaften hinzu, zum Beispiel Beschlaghemmung oder Kratzfestigkeit.
Bei Arbeiten im Freien geht es nicht nur um UV-Schutz. Auch Staub, Splitter, Schmutz, Wind oder Blendung spielen eine Rolle. Deshalb sollte die Schutzbrille nicht nur bequem sitzen, sondern auch zur konkreten Tätigkeit passen.
Dieser Einwand kommt in der Praxis sehr häufig vor. Besonders bei körperlicher Arbeit werden lange Ärmel schnell als zusätzliche Belastung empfunden.
Hier helfen leichte, atmungsaktive Shirts, Hemden oder Jacken mit UV-Schutz. Sie schützen mehr Hautfläche als kurzärmlige Kleidung und sind oft angenehmer zu tragen als schwere Baumwollkleidung.
Worauf Betriebe achten sollten:
Je besser die Kleidung im Alltag funktioniert, desto eher wird sie getragen.
Sonnencreme wird schnell abgelehnt, wenn sie langsam einzieht, stark fettet oder die Hände rutschig macht. Das ist besonders ungünstig bei Arbeiten mit Werkzeugen, Maschinen, Leitern, Fahrzeugen oder Handschuhen.
Praktischer sind Sonnenschutzmittel, die schnell einziehen und für den beruflichen Einsatz geeignet sind. Es lohnt sich, verschiedene Produkte zu testen und Rückmeldungen aus dem Team einzuholen.
Mögliche Massnahmen:
Wichtig: Sonnencreme ersetzt keine Schutzkleidung. Sie ergänzt den Schutz dort, wo Haut unbedeckt bleibt.
Eine Schutzbrille wird nur dann dauerhaft getragen, wenn sie gut sitzt und die Sicht nicht behindert. Drückende Bügel, schlechte Belüftung oder beschlagene Gläser führen schnell dazu, dass die Brille abgesetzt wird.
Deshalb sollten Betriebe auf gut sitzende und möglichst beschlagarme Schutzbrillen achten. Je nach Tätigkeit können unterschiedliche Modelle sinnvoll sein: leichte Bügelbrillen, eng anliegende Varianten, Modelle mit Band oder getönte Schutzbrillen für Arbeiten draussen.
Wichtig sind:
Auch hier gilt: Wenn PSA bei der Arbeit stört, wird sie nicht zuverlässig getragen.
Sonnenschutz am Arbeitsplatz wird dann selbstverständlich, wenn er Teil der normalen Arbeitsroutine ist. Dafür braucht es nicht zwingend eine grosse Kampagne. Oft reichen wenige klare Abläufe.
Eine einfache Morgenroutine kann viel bewirken. Zum Beispiel ein kurzer Check vor Arbeitsbeginn:
Wenn alles am gleichen Ort bereitliegt, sinkt die Hürde. Sonnenschutz wird dann nicht als Zusatzaufgabe wahrgenommen, sondern gehört einfach zur Vorbereitung dazu.
Gute Erinnerungen sind kurz, sichtbar und nicht belehrend.
Geeignet sind zum Beispiel:
Am besten funktionieren wiederkehrende Signale. So wird Sonnenschutz Schritt für Schritt zur Gewohnheit.
Ein klarer Startpunkt hilft, das Thema im Team zu verankern. Zum Beispiel:
«Ab Mai gehört Sonnenschutz bei uns zur Arbeitsvorbereitung.»
Diese Botschaft ist einfach, verständlich und saisonal passend. Sie zeigt: Sonnenschutz ist kein Sonderthema für Hitzetage, sondern gehört zur Arbeit im Freien dazu.
Sonnenschutz lässt sich nicht allein über Aushänge oder Materialausgabe verankern. Entscheidend ist, was im Alltag vorgelebt wird.
Wenn Meister, Poliere, Teamleiterinnen oder Vorarbeiter Sonnenschutz konsequent nutzen, wird das Thema glaubwürdig. Wenn Führungskräfte selbst ohne Schutz draussen arbeiten, verlieren Regeln schnell an Wirkung.
Führungskräfte können viel bewirken, indem sie:
Der Ton macht dabei viel aus. Positive, praktische Kommunikation wirkt meist besser als reine Pflichtargumente. Es geht nicht darum, Mitarbeitende zu kontrollieren. Es geht darum, Schutz im Arbeitsalltag machbar zu machen.
In Betrieben, in denen Sonnenschutz bisher wenig verankert war, muss nicht sofort alles perfekt sein. Oft ist es besser, mit wenigen klaren Punkten zu starten.
Ein möglicher Einstieg für die erste Saison:
Wenn diese Punkte funktionieren, kann der Schutz Schritt für Schritt erweitert werden – zum Beispiel mit mehr UV-Schutzkleidung, besseren Routinen oder zusätzlicher Beschattung.
Bei Sonnenschutz am Arbeitsplatz zählt nicht nur die Schutzwirkung. Genauso wichtig ist die Frage: Wird das Produkt im Team wirklich genutzt?
Deshalb lohnt es sich, bei der Auswahl auf Komfort und Praxistauglichkeit zu achten:
Guter Komfort ist kein Luxus. Er erhöht die Chance, dass PSA und Sonnenschutzprodukte im Arbeitsalltag tatsächlich getragen und angewendet werden.
Am besten funktioniert Sonnencreme, wenn sie gut sichtbar bereitsteht und Teil einer festen Routine ist. Wichtig ist ausserdem ein Produkt, das angenehm ist, schnell einzieht und die Arbeit nicht erschwert.
Nein. Sonnencreme schützt unbedeckte Hautpartien, sollte aber immer mit weiteren Massnahmen kombiniert werden. Dazu gehören Kleidung, Kopfschutz, Augenschutz, Schatten und organisatorische Massnahmen.
Dann lohnt sich ein Blick auf leichtere, atmungsaktive Kleidung mit UV-Schutz. Lange Kleidung wird eher akzeptiert, wenn sie nicht schwer, steif oder unangenehm warm ist.
Das hängt von der Tätigkeit ab. Wichtig sind ein guter Sitz, passende Scheibentönung, ausreichender Seitenschutz und möglichst beschlagarme Eigenschaften. Für beruflichen Augenschutz bietet EN 166 eine wichtige Orientierung.
Sinnvoll ist ein klarer Saisonstart und danach kurze, regelmässige Erinnerungen. Geeignet sind zum Beispiel Daily-Briefings, Pausenräume, Materialausgaben oder Hinweise vor Arbeiten in direkter Sonne.
Sonnenschutz am Arbeitsplatz funktioniert am besten, wenn er praktisch gedacht wird. Mitarbeitende nutzen PSA und Sonnencreme eher konsequent, wenn die Produkte angenehm sind, die Routinen einfach bleiben und Führungskräfte das Thema sichtbar vorleben.
Für Betriebe lohnt es sich deshalb, nicht nur Sonnenschutz bereitzustellen, sondern auch die typischen Hürden ernst zu nehmen. Leichte UV-Schutzkleidung, passende Schutzbrillen, geeignete Sonnenschutzmittel und klare Abläufe machen den Unterschied zwischen guter Absicht und gelebter Praxis.
Bei Fragen zu passender PSA beraten wir Sie gerne – telefonisch, über unser Kontaktformular oder direkt im Shop.