08.06.2026
Sicher arbeiten bei Sonne und Hitze: Sommer-PSA für Handwerker auf Dach, Fassade und Gerüst
08.06.2026
Arbeiten im Sommer auf dem Dach, an der Fassade oder im Gerüstbau klingt zuerst einmal nach guten Arbeitsbedingungen. In der Praxis sieht es oft anders aus: Dachflächen heizen sich stark auf, Metallteile werden heiss, helle Fassaden blenden und eine hohe körperliche Belastung dämmt die Freude ein.
Für Dachdecker, Fassadenbauer und Gerüstbauer bedeutet das: Sonne und Hitze sind nicht nur unangenehm. Sie können zum Sicherheitsrisiko werden. UV-Strahlung belastet Haut und Augen. Hitze kann zu Erschöpfung, Schwindel, Konzentrationsverlust oder im schlimmsten Fall zu einem Hitzschlag führen. Wer müde, geblendet oder geschwächt ist, arbeitet in der Höhe weniger sicher.
Dieser Beitrag konzentriert sich auf PSA und Schutzmassnahmen gegen Sonne, Hitze, UV-Strahlung und Blendung. Andere PSA-Bereiche, insbesondere Absturzsicherung bei Arbeiten auf dem Dach oder am Gerüst, sind nicht Bestandteil dieses Beitrags und müssen je nach Tätigkeit zusätzlich geplant werden.
Mit der passenden persönlichen Schutzausrüstung für den Sommer und einer guten Organisation lassen sich viele sommerbedingte Risiken deutlich reduzieren. Wichtig ist das Zusammenspiel aus Kopfschutz, Nackenschutz, Schutzbrille, UV- und Warnschutzkleidung, leichten Handschuhen, Trink- und Pausenregeln sowie einer durchdachten Erste-Hilfe-Ausstattung.
Wer regelmässig draussen arbeitet, ist der UV-Strahlung über viele Stunden ausgesetzt. Besonders gefährdet sind Kopf, Nacken, Gesicht, Ohren, Arme und Hände.
Auf Dächern, an hellen Fassaden oder in der Nähe von Glas und Metall kann die Belastung zusätzlich steigen, weil diese Flächen Sonnenstrahlen reflektieren. Nicht zu unterschätzen: Auch bei leichter Bewölkung kann die UV-Belastung hoch sein.
Das Problem: Man spürt UV-Strahlung nicht sofort. Sonnenbrand ist nur das sichtbare Zeichen. Langfristig kann die Belastung Haut und Augen ernsthaft schädigen.
Hohe Temperaturen wirken direkt auf den Körper. Wer stark schwitzt, verliert Flüssigkeit und Salze. Wird nicht rechtzeitig gegengesteuert, können Kopfschmerzen, Schwindel, Krämpfe, Erschöpfung oder Kreislaufprobleme auftreten.
Gerade bei Arbeiten auf Dächern, Gerüsten oder an Fassaden kann schon ein kurzer Moment der Unaufmerksamkeit schwerwiegende Folgen haben.
Im Sommer kommen oft mehrere Belastungen zusammen: grelles Licht, Staub, Wind und schnelle Wetterwechsel. Helle Flächen, Glas, Metall oder Fassadenelemente können blenden. Staub reizt die Augen. Wind oder plötzliche Gewitter machen Arbeiten in der Höhe zusätzlich gefährlich.
Sommer-PSA muss deshalb mehr leisten als nur «leicht» sein. Sie sollte schützen, gut sitzen, sichtbar machen, normgerecht sein und im Alltag wirklich getragen werden.
Arbeitgebende müssen geeignete Schutzmassnahmen treffen, wenn Mitarbeitende Sonne, Hitze oder UV-Strahlung ausgesetzt sind. Je nach Tätigkeit gehören dazu passende Arbeits- und Schutzkleidung, Kopfbedeckung, Augenschutz, Sonnencreme, organisatorische Massnahmen und Erste-Hilfe-Vorkehrungen.
Bei der Auswahl der PSA helfen Normen. Sie zeigen, welche Schutzwirkung ein Produkt erfüllt und für welchen Einsatz es geeignet ist.
EN 397 – Industrieschutzhelme
Relevant für Bauhelme und Industrieschutzhelme, zum Beispiel zum Schutz vor herabfallenden Gegenständen oder Anstossen.
EN 166 – Persönlicher Augenschutz
Beschreibt grundlegende Anforderungen an Schutzbrillen, etwa gegen Staub, Partikel, UV-Strahlung oder Blendung.
EN 172 – Sonnenschutzfilter für den betrieblichen Gebrauch
Wichtig für getönte Schutzbrillen und Sonnenschutzfilter im professionellen Einsatz. Eine normale Sonnenbrille ersetzt auf der Baustelle keine Schutzbrille.
EN ISO 20471 – Warnschutzkleidung
Relevant, wenn Mitarbeitende gut sichtbar sein müssen, zum Beispiel bei Gerüsten an Strassen, auf Baustellen mit Fahrzeugverkehr oder beim Arbeiten mit Maschinen.
EN 13758-2 und UV-Standard 801 – UV-Schutz durch Kleidung
Diese Standards helfen einzuschätzen, wie gut Textilien vor UV-Strahlung schützen.
Entscheidend bleibt immer die Praxisfrage: Passt dieses Produkt zur Tätigkeit, zur Umgebung und zur Belastung im Arbeitsalltag?
Ohne Kopfschutz geht auf dem Dach, an der Fassade oder im Gerüstbau nichts. Im Sommer sollte der Helm aber auch zur Hitzebelastung passen.
Sinnvoll sind zum Beispiel belüftete Schutzhelme, helle Helmfarben und Nackenschutz-Tücher. Auch Zubehör gegen Blendung, etwa Schildverlängerungen oder Visiere, kann hilfreich sein. Wichtig ist ausserdem eine gute Einstellbarkeit, damit der Helm auch bei Wind, Bewegung und Schweiss sicher sitzt.
Gerade der Nacken wird oft vergessen. Dabei ist er bei Arbeiten im Freien besonders stark der Sonne ausgesetzt. Ein guter Sommer-Helm schützt deshalb nicht nur vor Stössen, sondern hilft auch gegen Sonne und Wärmestau.
Auf hellen Dächern, an Glasfassaden oder in Metallumgebungen ist Blendung ein echtes Sicherheitsrisiko. Wer die Augen zusammenkneift, Details schlechter erkennt oder die Brille absetzt, arbeitet weniger sicher.
Geeignete Schutzbrillen kombinieren UV-Schutz, Blendschutz, ein gutes Sichtfeld und sicheren Sitz. Belüftete Modelle reduzieren das Beschlagen, robuste Gläser schützen vor Staub und Partikeln.
Je nach Arbeit sind klare, getönte oder selbsttönende Gläser sinnvoll. Wichtig ist: Auf der Baustelle braucht es professionellen Augenschutz, nicht einfach eine private Sonnenbrille. Passende Varianten finden sich zum Beispiel in der Kategorie Sonnenschutz-Brillen.
Langärmlige Kleidung bei Hitze klingt zunächst unpraktisch. Mit dem richtigen Material kann sie aber angenehmer und sicherer sein als kurzärmlige Kleidung mit Sonnencreme allein.
Gute Sommer-Arbeitskleidung ist leicht, atmungsaktiv, robust, UV-schützend und bewegungsfreundlich. Sie sollte Feuchtigkeit gut regulieren und schnell trocknen. Wo Sichtbarkeit wichtig ist, kommt Warnschutzkleidung hinzu.
In der Praxis zählt vor allem die Tragbarkeit. Zu schwere, zu dicke oder schlecht sitzende Kleidung wird oft im Fahrzeug gelassen oder auf der Baustelle abgelegt. Sommer-PSA muss deshalb nicht nur schützen, sondern auch bequem genug für lange Arbeitstage sein.
Hände sind im Dach-, Fassaden- und Gerüstbau ständig im Einsatz. Im Sommer werden Materialien schnell heiss, Hände schwitzen stärker und Oberflächen können rutschig werden.
Leichte Sommer-Handschuhe sollten schützen und gleichzeitig gutes Arbeiten ermöglichen. Achten Sie auf atmungsaktive Materialien, rutschfeste Innenflächen, gutes Tastgefühl und eine angenehme Passform. Schutz gegen Kanten, Bleche, Werkzeuge und Gerüstteile bleibt natürlich weiterhin wichtig.
Gerade bei feuchten oder verschwitzten Händen steigt das Risiko, dass Werkzeuge oder Bauteile abrutschen. Der richtige Handschuh kann hier viel ausmachen.
Sonne und Hitze lassen sich nicht vollständig vermeiden. Deshalb braucht es neben guter PSA auch klare Abläufe für den Notfall. Mitarbeitende sollten wissen, woran sie Überhitzung erkennen.
Typische Warnzeichen sind Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Muskelkrämpfe, starke Erschöpfung, Verwirrtheit oder Kreislaufprobleme. Besonders kritisch ist ein Hitzschlag. Er ist ein medizinischer Notfall.
Bei Verdacht auf Hitzeerschöpfung oder Hitzschlag gilt: Die betroffene Person sofort aus der Sonne bringen, die Arbeit unterbrechen, kühlen und enge Kleidung lockern. Trinken ist nur sinnvoll, wenn die Person wach und ansprechbar ist. Bei Bewusstseinsstörungen, Verwirrtheit oder starkem Unwohlsein muss medizinische Hilfe alarmiert werden.
Für Sommerbaustellen sind neben der normalen Erste-Hilfe-Ausrüstung auch kühlende Tücher, Elektrolytgetränke, Sonnenschutzmittel, Notfallnummern und klare Zuständigkeiten im Team sinnvoll.
Persönliche Schutzausrüstung ist wichtig. Sie ersetzt aber keine gute Planung. Gerade bei Hitze wirken Schutzmassnahmen am besten, wenn sie kombiniert werden.
Schwere Arbeiten sollten wenn möglich in die frühen Morgenstunden gelegt werden. Pausen müssen fest eingeplant sein und nicht erst dann stattfinden, wenn jemand bereits erschöpft ist. Schattenplätze, mobile Beschattung oder Wetterschutz helfen, die Belastung zu reduzieren.
Auch die Getränkeversorgung gehört dazu. Wasser muss jederzeit verfügbar sein, und Trinkpausen sollten selbstverständlich sein. Gleichzeitig sollten Mitarbeitende wissen, warum Nackenschutz, Schutzbrille, UV-Kleidung und Pausen so wichtig sind.
Ein weiterer Punkt: PSA muss zur Praxis passen. Wenn Brillen ständig beschlagen, Nackenschutz stört oder Kleidung zu warm ist, wird sie oft nicht konsequent getragen. Dann lohnt es sich, die Ausrüstung gemeinsam mit dem Team zu überprüfen.
Vor Arbeitsbeginn lohnt sich ein kurzer Check. Er dauert nur wenige Minuten und hilft, Lücken früh zu erkennen.
Ist ein Nackenschutz vorhanden und korrekt befestigt? Passt die Schutzbrille zur Tätigkeit und schützt sie vor UV-Strahlung und Blendung? Ist die Arbeitskleidung UV-schützend, hitzetauglich und bei Bedarf gut sichtbar?
Auch Handschuhe, Sonnenschutzmittel, Trinkwasser, Pausenregelung, Schattenplätze und Erste-Hilfe-Material sollten geprüft werden.
Sonne und Hitze gehören im Dach-, Fassaden- und Gerüstbau zum Arbeitsalltag. Sie sollten aber nicht einfach hingenommen werden. UV-Strahlung, Hitzestress, Blendung und Erschöpfung können Gesundheit und Sicherheit ernsthaft gefährden.
Mit der richtigen Sommer-PSA für Sonnen- und Hitzeschutz lassen sich viele dieser Belastungen deutlich reduzieren. Ein belüfteter Helm mit Nackenschutz, eine normgerechte Schutzbrille mit Sonnenschutz, leichte UV- und Warnschutzkleidung, griffige Sommer-Handschuhe und passende Erste-Hilfe-Ausstattung bilden eine gute Grundlage.
Wichtig bleibt: Dieser Beitrag behandelt gezielt PSA und Massnahmen gegen Sonne, Hitze, UV-Strahlung und Blendung. Weitere sicherheitsrelevante PSA, zum Beispiel zur Absturzsicherung, muss je nach Tätigkeit zusätzlich geplant und eingesetzt werden.
Safety-Pro unterstützt Sie bei der Auswahl geeigneter Sommer-PSA für Arbeiten im Freien – von Kopfschutz und Nackenschutz über Schutzbrillen, UV- und Warnschutzkleidung bis zu Handschuhen und Erste-Hilfe-Material. So statten Sie Ihre Teams praxisnah, normgerecht und sommerfit aus. Kontaktieren Sie uns bei Fragen per Kontaktformular, Telefon oder besuchen Sie uns in unserem Laden.