25.09.2026
Die 8 wichtigsten PSA für Werkhof und Gemeinde im Herbst
25.09.2026
Im Herbst verändert sich der Alltag im Werkhof ziemlich schnell. Morgens ist es länger dunkel, Wege sind nass, Laub liegt auf Trottoirs und Plätzen, und bei Grünarbeiten kommen Heckenscheren, Häcksler oder Motorsägen wieder häufiger zum Einsatz.
Dazu kommen Regen, Wind und die ersten kalten Tage.
Viele Arbeiten in Werkhof und Gemeinde sind zwar dieselben wie im restlichen Jahr. Die Bedingungen rundherum sind es aber nicht. Und genau das macht bei der persönlichen Schutzausrüstung einen Unterschied.
Jetzt einfach pauschal mehr PSA auszugeben, wäre allerdings der falsche Ansatz. Sinnvoller ist es, sich die anstehenden Arbeiten anzuschauen und zu fragen:
Wo liegen die tatsächlichen Gefährdungen – und welcher Schutz wird dafür gebraucht?
Für Werkhof- und Gemeindemitarbeitende rücken vor allem Warn- und Wetterschutz, geeignete Sicherheitsschuhe, Schutzhandschuhe sowie Augen-, Gehör- und Kopfschutz stärker in den Vordergrund.
Bei bestimmten Arbeiten kommen Schnittschutz, Atemschutz oder persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz dazu.
Welche Ausrüstung tatsächlich notwendig ist, hängt immer von der Tätigkeit ab. Auch im Herbst gilt deshalb: Erst die Gefährdung beurteilen, dann die passende Schutzmassnahme wählen. Technische und organisatorische Lösungen haben dabei weiterhin Vorrang vor PSA.
Direkt zu den 8 PSA-Bereichen
Zur Herbst-Checkliste für Werkhof und Gemeinde
Wer im Werkhof arbeitet, macht selten den ganzen Tag dieselbe Tätigkeit. Vielleicht beginnt der Morgen mit Laubbeseitigung an einer Strasse. Danach geht es an den Rückschnitt von Sträuchern und später noch an eine Kontrolle oder Reparatur.
Gerade im Herbst kommen dabei einige Dinge zusammen:
Eine Übersicht über saisonale Schutzlösungen finden Sie bei Safety-Pro unter PSA für Arbeiten im Herbst.
Das tönt zunächst etwas widersprüchlich. Ist es aber nicht: Persönliche Schutzausrüstung ist die letzte Schutzebene. Vorher sollte immer geprüft werden, ob sich eine Gefahr direkt beseitigen oder anders reduzieren lässt.
Ein einfaches Beispiel: Liegt nasses Laub auf einem stark frequentierten Weg, sollte es möglichst rasch entfernt werden. Rutschhemmende Schuhe sind wichtig, aber sie lösen die Ursache nicht.
Ähnlich sieht es bei Arbeiten im Verkehrsraum aus. Eine Arbeitsstelle muss zuerst sinnvoll geplant und abgesichert werden. Die Warnkleidung kommt zusätzlich dazu.
Und wenn in der Höhe gearbeitet wird, ist zuerst zu prüfen, ob eine Arbeitsbühne, ein Geländer oder eine andere technische Lösung möglich ist.
Die Reihenfolge bleibt also:
Gefährdung erkennen → Arbeit beurteilen → Schutzbedarf bestimmen → passende PSA auswählen
Eine Übersicht über die verschiedenen Bereiche der Persönlichen Schutzausrüstung finden Sie im Safety-Pro-Sortiment.
Im Sommer ist gute Sicht meistens selbstverständlich. Im Herbst nicht mehr.
Der Arbeitstag beginnt möglicherweise noch in der Dämmerung. Dazu kommen Nebel, Regen oder graues Licht. Besonders im Umfeld von Strassen kann die Sichtbarkeit schnell zum Thema werden.
Typische Arbeiten sind zum Beispiel:
Warnschutzkleidung nach EN ISO 20471 wird in drei Klassen eingeteilt. Welche Klasse notwendig ist, richtet sich nach der jeweiligen Arbeitssituation. Klasse 3 bietet die grösste sichtbare Fläche.
Mindestens genauso wichtig ist allerdings der Zustand der Kleidung. Eine Warnjacke kann die richtige Klasse haben – wenn die fluoreszierenden Flächen aber stark verschmutzt oder die Reflexstreifen beschädigt sind, ist die gute Sichtbarkeit trotzdem nicht mehr gewährleistet. Gerade im Herbst lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf die vorhandene Kleidung.
Mehr dazu finden Sie im Beitrag Warnschutz bei Regen, Nebel und Schnee: sichtbar bleiben bei schlechtem Wetter.
Weitere Informationen zu Warn- und Wetterschutzkleidung bietet auch die Suva.
Wer mehrere Stunden draussen arbeitet, merkt schnell, ob eine Jacke wirklich für den Einsatz gemacht ist. Sie kann warm sein – wenn man darin kaum noch Bewegungsfreiheit hat oder bei körperlicher Arbeit sofort schwitzt, ist damit trotzdem nichts gewonnen.
Im Herbst sollte Wetterschutz deshalb mehrere Dinge gleichzeitig können:
Für Wetterschutzkleidung ist unter anderem die EN 343 relevant. Sie bewertet den Schutz gegen Niederschlag und die Atmungsaktivität. In der Praxis zählt aber nicht nur die Norm.
Wer den ganzen Tag in Bewegung ist, braucht andere Kleidung als jemand, der längere Zeit an einem festen Ort steht. Auch trockene Wechselkleidung kann bei längeren Einsätzen Gold wert sein.
Passende Arbeits-, Berufs- und Schutzkleidung sollte deshalb zur tatsächlichen Arbeit passen – nicht nur zur Jahreszeit.
Bei Sicherheitsschuhen geht der erste Blick häufig auf die Schutzkappe. Im Herbst lohnt sich ein zweiter Blick nach unten. Denn nasses Laub, Schlamm, Kies oder feuchtes Pflaster können schnell rutschig werden. Zusätzlich ist möglicherweise auch Frost noch ein Thema.
Je nach Tätigkeit spielen deshalb mehrere Eigenschaften eine Rolle:
Sicherheitsschuhe nach EN ISO 20345 verfügen über eine Zehenschutzkappe. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass jeder Sicherheitsschuh auch für nasse Böden, Wintereinsätze oder Motorsägenarbeiten geeignet ist. Die Schutzkappe ist eben nur ein Teil des Ganzen.
Die Suva weist bei der Auswahl von Fussschutz deshalb unter anderem auf Gefährdung, Passform und tatsächliche Arbeitsbedingungen hin. Weitere Informationen finden Sie unter Fussschutz und Arbeitsschuhe.
Im Werkhof müssen Hände einiges mitmachen: Äste, Dornen, Metallteile, Werkzeuge, Splitt, Salz, Nässe und Kälte gehören je nach Aufgabe ganz selbstverständlich dazu.
Gerade bei Kälte wird schnell spürbar, wie wichtig ein guter Handschuh ist. Werden die Finger kalt oder nass, leiden Griffkraft und Feinmotorik. Trotzdem ist der dickste Handschuh nicht automatisch der beste.
Wenn Schalter kaum noch bedient werden können oder das Werkzeug nicht mehr sauber in der Hand liegt, hilft auch viel Material nicht weiter.
Je nach Einsatz sollte deshalb geprüft werden:
Für Kälteschutzhandschuhe ist beispielsweise die EN 511 relevant.
Praktisch ist ausserdem, trockene Wechselpaare verfügbar zu haben. Ein nasser Handschuh dient schliesslich nicht mehr, auch wenn die Schicht nur noch drei Stunden dauert.
Bei der Auswahl sollte nicht nach einem vermeintlichen Universalhandschuh gesucht werden, sondern nach dem Schutz gegen die jeweilige Gefährdung. Die Suva gibt dazu einen Überblick über Schutzhandschuhe, Arten und Normen.
Beim Laubblasen, Häckseln, Sägen, Bohren oder Schleifen fliegt schnell etwas durch die Luft. Oft sind es keine spektakulären Dinge. Ein kleiner Stein, ein Holzsplitter oder ein zurückschnellender Ast reicht bereits aus. Je nach Arbeit kann deshalb eine Schutzbrille, ein Gesichtsschutz oder beides sinnvoll sein.
Wichtig sind unter anderem:
Ein Punkt, der immer wieder für Verwirrung sorgt: Ein Visier ersetzt nicht automatisch eine Schutzbrille. Je nach Gefährdung kann beides notwendig sein.
Welche Arten von Augen- und Gesichtsschutz für unterschiedliche Gefährdungen vorgesehen sind, erläutert die Suva in ihrer Übersicht zu Augen- und Gesichtsschutz.
Laubbläser, Häcksler, Heckenscheren, Motorsägen, Freischneider oder Trennmaschinen gehören nicht unbedingt zu den leisesten Arbeitsmitteln. Und gerade bei kurzen Arbeiten passiert es aber schnell, dass der Gehörschutz im Werkhofspind liegen bleibt.
Nach Vorgaben der Suva sind bei Schallpegeln ab 85 dB(A) entsprechende Schutzmassnahmen beziehungsweise Gehörschutz erforderlich.
Bei der Auswahl sollte man allerdings nicht einfach nach dem Modell mit der stärksten Dämmung greifen. Im Werkhof oder im Strassenraum müssen unter Umständen Warnsignale, Fahrzeuge oder Zurufe noch wahrgenommen werden können. Deshalb spielen mehrere Dinge zusammen:
Mehr dazu finden Sie im Safety-Pro-Ratgeber Gehörschutz und Schutz des Gehörs.
Die Suva informiert ebenfalls zur Auswahl und Verwendung von Gehörschutz.
Der Herbst ist in vielen Gemeinden eine intensive Zeit für Rückschnitt, Baumkontrollen und Gehölzpflege. Nach Stürmen kommen möglicherweise beschädigte Äste oder Sturmholz dazu.
Hier reicht die normale Werkhofausrüstung je nach Tätigkeit nicht mehr aus. Eine passende PSA-Kombination kann beispielsweise umfassen:
Ein Industrieschutzhelm nach EN 397 schützt gegen typische Gefährdungen durch herabfallende Gegenstände. Eine Anstosskappe ist dafür kein Ersatz. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag Anstosskappe oder Schutzhelm: Wann reicht welcher Kopfschutz?.
Bei Arbeiten mit handgeführten Kettensägen ist Schnittschutzbekleidung nach EN ISO 11393 relevant. Was dabei nicht vergessen werden darf:
PSA macht aus einer unsicheren Arbeit keine sichere Arbeit.
Insbesondere Motorsägenarbeiten, Sturmholz und Baumarbeiten brauchen qualifizierte Mitarbeitende, saubere Abläufe und einen gesicherten Arbeitsbereich.
Nicht jede Person im Werkhof braucht automatisch Atemschutz oder persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA). Bei bestimmten Tätigkeiten sieht so aus.
Atemschutz kann zum Beispiel bei folgenden Arbeiten notwendig werden:
Eine FFP-Maske ist dabei kein Alleskönner. Sie schützt gegen Partikel beziehungsweise Aerosole, aber nicht automatisch gegen Gase oder Dämpfe.
Welche Partikelmasken geeignet sind, hängt vom Stoff, der Konzentration, der Tätigkeit und der Einsatzdauer ab.
Bei Arbeiten auf Dächern, an Rinnen, erhöhten Anlagen oder bei bestimmten Baumarbeiten kann Absturzgefahr bestehen. Auch hier soll zuerst geprüft werden, ob eine technische Lösung möglich ist. Kann beispielsweise mit Geländer oder Arbeitsbühne gearbeitet werden, hat das Vorrang.
Wenn PSAgA notwendig wird, reicht ein Auffanggurt allein nicht. Zum vollständigen System gehören unter anderem:
Safety-Pro bietet für entsprechende Ausrüstung auch PSA- und PSAgA-Prüfungen an.
Es braucht nicht immer eine grosse Inventur. Oft hilft schon ein kurzer Rundgang durch das Lager, und ein Blick in die Fahrzeuge und die Ausrüstungsteile.
Ein paar Fragen, die dabei sinnvoll sind:
Gerade die letzten beiden Punkte sind in der Praxis wichtig.
Helm, Schutzbrille, Gehörschutz und Wetterschutz können einzeln hervorragend funktionieren. Wenn sie nicht richtig sitzen oder sich gegenseitig in die Quere kommen, entsteht trotzdem ein Problem.
Bei Neuanschaffungen lohnt es sich deshalb, Grössen und Passform sorgfältig zu prüfen und die Ausrüstung möglichst unter realistischen Arbeitsbedingungen zu testen.
Der Herbst ist für PSA keine besonders schonende Jahreszeit. Nässe, Schmutz und häufige Ausseneinsätze hinterlassen Spuren. Deshalb sollte die Ausrüstung regelmässig kontrolliert werden und nicht erst dann, wenn etwas offensichtlich defekt ist.
Je nach PSA gehören dazu:
Am Ende ist es ziemlich einfach:
Auch gute PSA schützt nur dann zuverlässig, wenn sie zur Arbeit passt, in Ordnung ist und richtig getragen wird.
Im Herbst werden die Arbeiten im Werkhof nicht plötzlich völlig andere. Aber die Bedingungen verändern sich. Es wird nasser, dunkler und kälter. Gleichzeitig stehen saisonale Arbeiten an, bei denen andere Geräte und damit auch andere Gefährdungen ins Spiel kommen.
Warn- und Wetterschutz, geeignete Schuhe und Handschuhe sowie Augen-, Gehör- und Kopfschutz sind deshalb besonders wichtig. Bei Baum- und Motorsägenarbeiten kommt spezieller Schnittschutz hinzu. Atemschutz und Absturzsicherung werden dort relevant, wo die jeweilige Tätigkeit es verlangt.
Statt also einfach ein allgemeines «Herbst-Set» zusammenzustellen, lohnt sich ein Blick auf die tatsächlichen Arbeiten der nächsten Wochen.
Was steht an? Wo liegen die Risiken? Und passt die vorhandene Ausrüstung dazu?
Eine Übersicht über passende saisonale PSA für wechselhafte Bedingungen finden Sie bei Safety-Pro.
Sie sind unsicher, ob Ihre vorhandene PSA für die kommenden Herbst- und Winterarbeiten passt?
Safety-Pro unterstützt Sie bei der Auswahl und Kombination geeigneter Schutzlösungen sowie bei Fragen zu Normen und konkreten Einsatzbereichen – per E-Mail, Kontaktformular, Telefon oder persönlich vor Ort.