09.10.2026
S3L, S3S und S7 im Vergleich: Welche Schutzklasse für den Sicherheitsschuh?
09.10.2026
S3L, S3S und S7 sind keine einfache Rangliste von «weniger» zu «mehr» Schutz. Bei der Auswahl geht es vor allem um zwei Fragen:
Darum werden in diesem Vergleich zwei Dinge gemeinsam betrachtet: Durchtritthemmung und Schutz gegen Nässe.
S3L, S3S, S7, S7L und S7S sind Schutzklassen für Sicherheitsschuhe nach EN ISO 20345:2022. Sie sind also keine eigenen Normen, sondern bezeichnen unterschiedliche Schutzeigenschaften innerhalb derselben Norm.
Bei der Durchtritthemmung tauchen drei weitere Kürzel auf:
S3L und S3S unterscheiden sich vor allem bei dieser Durchtritthemmung. Bei S7 kommt zusätzlich der geprüfte Wasserwiderstand des gesamten Schuhs hinzu.
Welche Schutzklasse passt, hängt deshalb von der konkreten Arbeitssituation ab – nicht davon, welche Bezeichnung vermeintlich «höher» ist.
| Schutzklasse | Durchtritthemmung | Prüfnagel | Wasserwiderstand gesamter Schuh (WR) |
Kurz gesagt |
|---|---|---|---|---|
| S3L | PL – nichtmetallisch | 4,5 mm | Nein* | Nichtmetallische Durchtritthemmung |
| S3S | PS – nichtmetallisch | 3,0 mm | Nein* | Prüfung berücksichtigt dünnere Spitzen |
| S7 | P – metallisch | 4,5 mm | Ja | Metallische Durchtritthemmung plus WR |
| S7L | PL – nichtmetallisch | 4,5 mm | Ja | S3L-Anforderungen plus WR |
| S7S | PS – nichtmetallisch | 3,0 mm | Ja | S3S-Anforderungen plus WR |
*S3L und S3S erfüllen Anforderungen an Wasseraufnahme und Wasserdurchtritt des Obermaterials (WPA). Das ist nicht dasselbe wie WR für den gesamten Schuh.
Sie möchten die Kennzeichnungen genauer verstehen? Im Beitrag «Was bedeuten S3L, S3S, S7, WPA, WR, CI, SR oder FO bei Sicherheitsschuhen?» werden die einzelnen Schutzklassen und Zusatzkennzeichnungen ausführlich erklärt.
Der wichtigste Unterschied liegt in der Prüfung der nichtmetallischen Durchtritthemmung.
Bei S3L wird mit einem Prüfnagel von 4,5 mm Durchmesser geprüft, bei S3S mit einem dünneren 3,0-mm-Prüfnagel.
S3S kann deshalb beispielsweise bei Tätigkeiten interessant sein, bei denen mit dünneren Nägeln oder ähnlichen Spitzen gerechnet werden muss – etwa im Holzbau, Innenausbau oder Rückbau.
Das bedeutet allerdings nicht, dass S3S gegen jeden Nagel oder jede Spitze schützt. Die Durchtritthemmung wird unter definierten Prüfbedingungen getestet.
S7 wird schnell als nächsthöhere Stufe nach S3S verstanden. Das ist so nicht richtig.
S3S besitzt die nichtmetallische Durchtritthemmung PS. Bei S7 kommt zur metallischen Durchtritthemmung P der geprüfte Wasserwiderstand des gesamten Schuhs hinzu.
Wer sowohl WR als auch eine nichtmetallische Durchtritthemmung benötigt, sollte S7L oder S7S in die Auswahl einbeziehen.
Die passende Schutzklasse lässt sich oft mit vier Fragen eingrenzen:
Erst danach sollte entschieden werden, welche Schutzklasse und welches konkrete Schuhmodell zum Arbeitsplatz passen.
Auch Passform, Tragekomfort und die Beschaffenheit des Bodens spielen eine Rolle. Die Suva empfiehlt deshalb, Sicherheitsschuhe anhand der tatsächlich vorhandenen Gefährdungen und Einsatzbedingungen auszuwählen.
S3L, S3S und S7 sind keine aufsteigende Schutzrangliste.
S3L und S3S unterscheiden sich insbesondere bei der Prüfung der Durchtritthemmung. S7 bringt zusätzlich den Wasserwiderstand des gesamten Schuhs ins Spiel. S7L und S7S kombinieren beide Anforderungen.
Für die Auswahl zählt deshalb der konkrete Einsatz: Welche Durchtrittgefahr besteht, wie nass wird es und welche weiteren Anforderungen muss der Sicherheitsschuh erfüllen?
Unsicher, welche Sicherheitsschuhe zum Einsatz in Ihrem Betrieb passen? Safety-Pro unterstützt Sie bei der Auswahl – per E-Mail, Kontaktformular, Telefon oder persönlich vor Ort.