05.10.2026
Die 5 wichtigsten PSA für LKW-Fahrer im Herbst
05.10.2026
Wenn die Tage kürzer werden, Regen und Nebel zunehmen und die Temperaturen sinken, verändert sich auch der Arbeitsalltag von LKW-Fahrerinnen und LKW-Fahrern.
Dabei liegt das Risiko oft gar nicht während der Fahrt. Viele kritische Situationen entstehen rund um das Fahrzeug: beim Ein- und Aussteigen, beim Be- und Entladen, beim Sichern der Ladung oder während eines kurzen Aufenthalts auf einem Werkhof, einer Baustelle oder am Strassenrand.
Gerade im Herbst kommen dann mehrere Faktoren zusammen. Trittflächen werden bei Nässe rutschig, die Sicht verschlechtert sich durch Wettereinflüsse oder Tageszeit und kalte oder feuchte Hände machen manche Handgriffe schwieriger.
Die passende persönliche Schutzausrüstung – kurz PSA – kann hier einen wichtigen Beitrag für einen unfallfreien Arbeitstag leisten.
Wichtig ist allerdings: PSA ist immer nur ein Teil des Sicherheitskonzepts. Sichere Verkehrswege, gute Beleuchtung, geeignete Arbeitsmittel und klare Abläufe kommen zuerst. Erst die verbleibenden Risiken werden mit persönlicher Schutzausrüstung reduziert.
Welche PSA im Herbst für Fahrerinnen und Fahrer besonders relevant ist, zeigen die folgenden fünf Bereiche.
Für LKW-Fahrer entstehen im Herbst vor allem ausserhalb der Führerkabine zusätzliche Risiken. Schlechte Sicht, nasse Untergründe, Kälte und Feuchtigkeit wirken sich direkt auf Sichtbarkeit, Trittsicherheit und Griffsicherheit aus.
Besonders wichtig sind deshalb Warnschutz, geeignete Wetterkleidung, rutschhemmende Sicherheitsschuhe, passende Handschuhe sowie situationsabhängiger Kopf- und Augenschutz.
Welche Ausführung sinnvoll ist, hängt immer von Einsatzort, Tätigkeit und tatsächlicher Gefährdung ab.
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Nebel am Morgen, Regen am Nachmittag und Dunkelheit schon am frühen Abend: Im Herbst verschlechtern sich die Sichtverhältnisse oft schneller, als man denkt.
Für Berufsfahrer wird das besonders dann relevant, wenn sie das Fahrzeug verlassen. Zum Beispiel beim Kontrollgang, beim Zustellen, beim Rangieren oder beim Be- und Entladen. Auf Werkhöfen, Baustellen und Logistikarealen kommen zusätzlich Stapler, Lieferfahrzeuge und rückwärtsfahrende Fahrzeuge hinzu.
Die entscheidende Frage lautet deshalb: Wie gut ist die Person in dieser konkreten Situation sichtbar?
Eine Warnweste kann für bestimmte Einsätze ausreichend sein. Bei starkem Verkehr, Dunkelheit oder schlechtem Wetter kann eine Warnschutzjacke sinnvoller sein, weil sie eine grössere sichtbare Fläche bietet.
Auch der Zustand der Kleidung spielt eine Rolle. Verschmutzte Reflexstreifen oder eine Warnweste unter einer geschlossenen Jacke bringen wenig.
Bei der Auswahl lohnt sich deshalb ein Blick auf:
Für hochsichtbare Warnkleidung ist insbesondere die SN EN ISO 20471 relevant. Sie unterscheidet drei Klassen. Welche Klasse benötigt wird, hängt von der konkreten Arbeitssituation und dem Risiko ab.
Mehr zum Thema finden Sie im Safety-Pro-Beitrag Warnschutz bei Regen, Nebel und Schnee: sichtbar bleiben bei schlechtem Wetter.
Eine gute Regenjacke ist im Herbst angenehm. Im Arbeitsalltag geht es aber um mehr.
Wer längere Zeit bei Regen, Wind und Kälte im Freien arbeitet, kann an Beweglichkeit und Konzentration verlieren. Nasse Kleidung kühlt aus, und kalte Hände erschweren präzise Bewegungen.
Das betrifft zum Beispiel:
Wetterschutzkleidung sollte deshalb nicht nur warm und wasserdicht sein. Sie muss zum tatsächlichen Arbeitsalltag passen.
Eine schwere oder steife Jacke kann beim Arbeiten genauso hinderlich sein wie eine zu leichte. Entscheidend sind Bewegungsfreiheit, Atmungsaktivität und eine Passform, bei der nichts an Ladung, Gurten oder Fahrzeugteilen hängen bleibt.
Wer sich zusätzlich in Bereichen mit Fahrzeugverkehr bewegt, sollte Wetter- und Warnschutz gemeinsam betrachten. Eine wasserdichte Jacke hilft wenig, wenn sie die reflektierende Warnkleidung vollständig verdeckt.
Für Wetterschutz ist unter anderem die Norm EN 343, für Kälteschutz EN 342 relevant.
Passende Lösungen finden Sie bei Safety-Pro im Bereich Arbeits-, Berufs- und Schutzkleidung.
Eine nasse Metallstufe. Laub auf dem Hof. Schlamm auf einer Baustelle. Eine feuchte Ladefläche: Oft reicht ein einziger falscher Schritt. Rutsch- und Stolperunfälle gehören deshalb zu den typischen Risiken im Transportalltag – und im Herbst verschärft sich das Problem.
Ein guter Sicherheitsschuh sollte zum tatsächlichen Untergrund passen. Eine griffige und rutschhemmende Sohle ist dabei genauso wichtig wie der notwendige Schutz vor fallenden oder rollenden Gegenständen.
Typische Einsatzsituationen sind:
Ein häufiges Beispiel aus der Praxis lautet: «Dann nehmen wir einfach S3.» Das kann richtig sein – muss es aber nicht.
Ob zusätzlicher Durchtrittschutz notwendig ist, hängt davon ab, ob überhaupt mit Nägeln, Metallsplittern oder ähnlichen Gefahren gerechnet werden muss.
Die bessere Frage ist: Welche Risiken bestehen an diesem konkreten Arbeitsplatz?
Neben der Schutzklasse sollten deshalb auch Rutschhemmung, Feuchtigkeitsschutz, Stabilität und Tragekomfort berücksichtigt werden. Gerade Chauffeure verbringen viele Stunden im Schuh. Nasse Schuhe sollten ausserdem vollständig trocknen oder bei Bedarf gewechselt werden können. Dauerhaft feuchtes Schuhwerk ist weder angenehm noch sinnvoll.
Für Sicherheitsschuhe mit Zehenschutz ist insbesondere die Norm SN EN ISO 20345 relevant.
Was die verschiedenen Schutzklassen bedeuten und wann S1, S2 oder S3 sinnvoll ist, erklärt der Safety-Pro-Beitrag S1, S2 oder S3: Welche Sicherheitsschuhe passen zu welchem Einsatzbereich?. Eine Auswahl an geeigneten Modellen finden Sie unter Sicherheitsschuhe.
Wer schon einmal mit kalten oder nassen Händen versucht hat, einen Zurrgurt zu spannen, weiss, wie schnell die Griffsicherheit nachlässt. Genau deshalb gehören passende Arbeitshandschuhe zu den wichtigsten Begleitern im Herbst.
Sie kommen beispielsweise zum Einsatz beim:
Warm allein reicht allerdings nicht. Ein dicker Winterhandschuh kann so viel Fingerfertigkeit kosten, dass das Bedienen von Ratschen, Verschlüssen oder Bedienelementen schwieriger wird.
Gesucht ist deshalb ein sinnvoller Kompromiss aus Schutz, Wärme, Grip und Beweglichkeit.
Bei mechanischen Risiken spielt die Norm EN 388 eine wichtige Rolle. Für Kälteschutz kann EN 511 relevant sein.
Sobald Chemikalien oder Betriebsstoffe ins Spiel kommen, braucht es eine separate Beurteilung. Ein gewöhnlicher Montagehandschuh ist nicht automatisch gegen den jeweiligen Stoff geeignet.
Und auch das gehört zur Praxis: Handschuhe sind nicht bei jeder Tätigkeit sicherer. Bei Maschinen mit rotierenden oder einziehenden Teilen können sie selbst zum Risiko werden.
Helm und Schutzbrille gehören nicht automatisch zur Standardausrüstung jeder LKW-Fahrerin und jedes LKW-Fahrers. Je nach Einsatzort und Tätigkeit können sie jedoch notwendig werden.
Das betrifft zum Beispiel:
Beim Kopfschutz zählt die konkrete Gefährdung.
Ein Helm ersetzt niemals einen sicheren Arbeitsablauf. Unter einer schwebenden Last hat beispielsweise niemand etwas verloren – unabhängig davon, ob ein Helm getragen wird. Ähnlich sieht es beim Augenschutz aus.
Eine normale Korrektions- oder Sonnenbrille ist keine Schutzbrille. Bei Staub, Splittern oder Flüssigkeitsspritzern braucht es einen dafür vorgesehenen Augenschutz.
Gerade im Herbst lohnt es sich zudem, auf Beschlag zu achten. Eine Schutzbrille, durch die man kaum noch etwas sieht und die deshalb ständig abgesetzt wird, erfüllt ihren Zweck nicht.
Für Industrieschutzhelme ist unter anderem die Norm EN 397 relevant. Beim Augen- und Gesichtsschutz spielt heute insbesondere die Norm EN ISO 16321 eine Rolle.
Passende Lösungen finden Sie im Bereich Schutzbrillen und Gesichtsschutz.
Bei PSA besteht schnell die Versuchung, nach dem Motto «mehr ist sicherer» vorzugehen. Das führt aber nicht unbedingt zu einer besseren Lösung. PSA sollte immer zur tatsächlichen Gefährdung passen.
Gehörschutz kann beispielsweise auf lauten Umschlagplätzen notwendig sein, gehört aber nicht automatisch zum normalen Fahreralltag.
Ähnliches gilt für:
Ob solche Ausrüstung erforderlich ist, entscheidet nicht die Jahreszeit, sondern die konkrete Tätigkeit und Gefährdung.
Wer PSA grundsätzlich auswählt oder die Beschaffung plant, findet dazu weitere Hinweise im Beitrag PSA richtig auswählen: Suva-Kriterien, EN-Normen und typische Fehler.
Stimmt – aber viele Risiken entstehen gerade in den wenigen Minuten ausserhalb des Fahrzeugs.
Beim Aussteigen, Rangieren, Entladen oder Kontrollieren reichen manchmal wenige Sekunden, in denen schlechte Sicht oder ein rutschiger Untergrund zum Problem werden.
Manchmal ja. Bei schlechten Sichtverhältnissen oder starkem Fahrzeugverkehr kann jedoch eine grössere sichtbare Fläche erforderlich sein. Dann ist eine Warnschutzjacke oder eine höhere Warnschutzklasse möglicherweise die passendere Lösung.
Auch das ist zu pauschal. Sicherheitsschuhe sollten nach Tätigkeit und Gefährdung ausgewählt werden. Entscheidend sind beispielsweise Untergrund, Nässe, Quetschrisiko und mögliche spitze Gegenstände.
Nicht die möglichst hohe Schutzklasse ist das Ziel, sondern der passende Schutz.
Die wichtigste Frage lautet deshalb nicht:
Welche PSA sollen wir kaufen?
Sondern:
Welche Gefahren treten bei unseren tatsächlichen Arbeitsabläufen auf?
Das ist ein kleiner, aber wichtiger Unterschied. Gute Arbeitssicherheit beginnt bei sicheren Rampen, beleuchteten Verkehrswegen, stabiler Ladung, geeigneten Arbeitsmitteln und klaren Abläufen. Erst danach kommt die persönliche Schutzausrüstung.
Für den typischen Transportalltag im Herbst stehen vor allem fünf Bereiche im Fokus:
Warnschutz, Wetter- und Kälteschutz, Sicherheitsschuhe, Handschuhe sowie situationsabhängiger Kopf- und Augenschutz.
Welche Ausführung jeweils richtig ist, hängt von Einsatzort, Tätigkeit, Ladung und Arbeitsumgebung ab. Genau deshalb lohnt sich bei PSA weniger die Frage nach dem «besten Produkt» – und mehr die Frage nach dem Produkt, das zur tatsächlichen Arbeit passt.
Der Herbst bringt für LKW-Fahrerinnen und LKW-Fahrer keine völlig neuen Gefahren. Er verschärft aber viele Situationen, die ohnehin zum Arbeitsalltag gehören.
Nasse Trittflächen werden rutschiger, Menschen sind im Verkehrsraum schlechter sichtbar und Kälte oder Feuchtigkeit erschweren Arbeiten mit Gurten, Planen und Ladung.
Wer seine PSA vor der Herbstsaison überprüft, sollte deshalb nicht einfach zusätzliche Ausrüstung beschaffen. Sinnvoller ist ein Blick auf die tatsächlichen Abläufe: Wo bewegen sich die Fahrer ausserhalb des Fahrzeugs? Wo wird geladen, gesichert und rangiert? Und welche Risiken bleiben trotz technischer und organisatorischer Massnahmen bestehen?
Daraus ergibt sich, welche PSA wirklich gebraucht wird.
Sie möchten prüfen, welche Warnkleidung, Sicherheitsschuhe, Handschuhe oder weitere PSA zu den Einsätzen Ihrer Fahrerinnen und Fahrer passen? Safety-Pro unterstützt Sie bei der Auswahl und Kombination geeigneter Schutzlösungen – per E-Mail, Kontaktformular, Telefon oder persönlich vor Ort.