29.07.2026
Arbeiten bei Nässe, Kälte und wechselndem Wetter: Welche PSA ist erforderlich?
29.07.2026
Regen am Morgen, kräftiger Wind am Mittag und deutlich tiefere Temperaturen gegen Abend: Wer im Freien arbeitet, muss sich oft innerhalb weniger Stunden auf völlig unterschiedliche Bedingungen einstellen. Auf Baustellen, in Werkhöfen, im Strassenunterhalt, in der Logistik oder in der Landwirtschaft gehört wechselhaftes Wetter zum Arbeitsalltag.
Dabei geht es um weit mehr als ein unangenehmes Kältegefühl. Feuchte Kleidung beschleunigt die Auskühlung. Kalte Hände erschweren den sicheren Umgang mit Werkzeugen. Regen, Schnee und Schlamm machen Wege, Leitern und Arbeitsflächen rutschig. Gleichzeitig steigt bei Nebel, Niederschlag oder früher Dunkelheit das Risiko, von Fahrzeug- oder Maschinenführenden zu spät gesehen zu werden.
Die richtige persönliche Schutzausrüstung ist deshalb ein wichtiger Bestandteil des betrieblichen Schutzkonzepts. Sie sollte jedoch nie für sich allein betrachtet werden. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus einer sorgfältigen Gefährdungsbeurteilung, geeigneten technischen und organisatorischen Massnahmen sowie einer Wetter-PSA, die zur jeweiligen Tätigkeit passt.
Dieser Leitfaden zeigt, welche PSA bei Nässe und Kälte infrage kommt, welche Normen bei der Auswahl helfen und worauf Schweizer Betriebe bei Einsatz, Pflege und Organisation achten sollten.
Bei Arbeiten unter nassen, kalten oder wechselnden Wetterbedingungen können Wetterschutzkleidung, Kälteschutzkleidung, Warnkleidung, Sicherheitsschuhe, Schutzhandschuhe sowie Kopf-, Augen- und UV-Schutz erforderlich sein.
Welche Ausrüstung tatsächlich notwendig ist, hängt unter anderem ab von:
Eine universelle Wetter-PSA, die für jede Tätigkeit und jeden Arbeitsplatz gleichermassen geeignet ist, gibt es nicht.
Regen und Nässe
Typische Schutzlösung: Wetterschutzjacke und Wetterschutzhose. Orientierung bietet die SN EN 343.
Kühle Arbeitsumgebung
Typische Schutzlösung: leichte Kälteschutzkleidung oder ein angepasstes Mehrlagensystem. Relevant ist unter anderem die SN EN 14058.
Kalte Arbeitsumgebung ab ungefähr –5 °C
Typische Schutzlösung: Kälteschutzkleidung oder ein geprüftes Bekleidungssystem. Orientierung bietet die SN EN 342.
Schlechte Sicht
Typische Schutzlösung: hochsichtbare Warnkleidung nach SN EN ISO 20471.
Kalte Hände
Typische Schutzlösung: geeignete Kälteschutzhandschuhe. Eine wichtige Orientierung bietet die SN EN 511.
Kalte oder nasse Böden
Typische Schutzlösung: Sicherheitsschuhe oder Schutzstiefel mit geeignetem Sohlenprofil und gegebenenfalls Kälteisolierung. Relevant ist die SN EN ISO 20345 mit den jeweiligen Zusatzkennzeichnungen.
Sonne und UV-Strahlung
Typische Schutzlösung: körperbedeckende Kleidung sowie geeigneter Kopf-, Augen- und Hautschutz.
Normen unterstützen Betriebe dabei, Produkte und deren geprüfte Eigenschaften einzuordnen. Sie ersetzen jedoch nie die Gefährdungsbeurteilung am konkreten Arbeitsplatz.
Witterungseinflüsse belasten nicht nur den Körper. Sie können auch bereits bestehende Unfallgefahren verstärken.
Ein durchnässter Handschuh verschlechtert den Griff am Werkzeug. Eine zu dicke Jacke kann die Bewegungsfreiheit einschränken. Eine ungünstig geschnittene Kapuze verkleinert das Sichtfeld oder beeinträchtigt den Sitz des Schutzhelms. Schnee, Eis und Schlamm verändern den Untergrund und damit auch die Anforderungen an den Fussschutz.
Gute Wetter-PSA muss mehrere Aufgaben gleichzeitig erfüllen: Sie soll zuverlässig schützen, Bewegungsfreiheit ermöglichen und zur tatsächlichen Arbeitssituation passen.
Bei tiefen Temperaturen gibt der Körper kontinuierlich Wärme an die Umgebung ab. Wind verstärkt diesen Effekt. Wie stark eine Person die Kälte empfindet, hängt daher nicht allein von der gemessenen Temperatur ab. Auch Wind, Feuchtigkeit, Bekleidung, Aufenthaltsdauer und körperliche Aktivität spielen eine wichtige Rolle.
Mögliche Folgen einer Kältebelastung sind:
Besonders anspruchsvoll sind Tätigkeiten, bei denen sich intensive Bewegung und längere Wartezeiten abwechseln. Wer während einer körperlich anstrengenden Arbeit stark schwitzt und anschliessend im Wind stillsteht, kann trotz warmer Kleidung schnell auskühlen.
Das SECO stuft Kältearbeit als körperliche Belastung ein und stellt Schweizer Betrieben eine eigene Handlungshilfe für Arbeiten bei Kälte zur Verfügung.
Feuchtigkeit gelangt nicht nur von aussen durch Regen, Schnee oder Spritzwasser an den Körper. Sie kann auch von innen entstehen, wenn sich Schweiss in der Kleidung sammelt.
Feuchte Kleidung isoliert schlechter. Bleiben Hände oder Füsse über längere Zeit nass, können zudem Hautprobleme entstehen.
Nässe erhöht das Unfallrisiko unter anderem durch:
Bei wechselhaftem Wetter ist es besonders schwierig, die richtige Bekleidung zu wählen. Am Morgen kann eine isolierende Jacke notwendig sein. Bei körperlich anstrengender Arbeit wird sie jedoch schnell zu warm. In einer anschliessenden Pause kühlt die verschwitzte Kleidung wiederum rasch aus.
Die sinnvollste Lösung ist deshalb nicht die möglichst dickste Bekleidung, sondern ein flexibles Mehrlagensystem. Einzelne Schichten lassen sich je nach Temperatur und Arbeitsintensität ergänzen oder ablegen.
Nebel, Regen, Schneefall, Dämmerung und künstliche Baustellenbeleuchtung erschweren es Fahrzeug- und Maschinenführenden, Personen frühzeitig zu erkennen.
Fluoreszierende Materialien erhöhen die Sichtbarkeit am Tag. Retroreflektierende Flächen werfen auftreffendes Licht zurück und verbessern die Erkennbarkeit bei Dunkelheit oder Scheinwerferlicht.
Vor allem bei Arbeiten im Verkehrsbereich ist eine gute Sichtbarkeit keine Frage des Komforts, sondern eine zentrale Schutzfunktion. Die Suva erläutert die wichtigsten Anforderungen an Warn- und Wetterschutzkleidung bei Arbeiten im Freien.
Wetter-PSA ist nicht nur im Herbst und Winter relevant. Auch bei kühler Luft kann die UV-Belastung hoch sein, etwa in Höhenlagen oder bei reflektierendem Schnee.
Bei wärmeren Bedingungen kommen zusätzliche Anforderungen hinzu:
Auch Belastungen durch Hitze und direkte Sonneneinstrahlung müssen frühzeitig beurteilt und in die betriebliche Planung einbezogen werden.
Mehr dazu erfahren Sie im Safety-Pro-Fachartikel Sonnenschutz auf dem Bau: UV- und Hitzeschutz für Bauprofis.
Wetterbedingte Gefährdungen treten in vielen Branchen auf. Die konkreten Anforderungen unterscheiden sich jedoch erheblich.
Auf Baustellen kommen häufig mehrere Belastungen gleichzeitig zusammen:
Benötigt werden je nach Tätigkeit robuste Regen- und Kälteschutzkleidung, geeigneter Fuss- und Handschutz sowie Warnschutz. Bei Arbeiten in der Höhe muss zudem geprüft werden, ob die Bekleidung mit der Absturzsicherung kompatibel ist.
Dachdecker, Zimmerleute, Fassadenbauer und Montageteams arbeiten häufig an exponierten Stellen. Dort kann Wind wesentlich stärker wirken als am Boden.
Neben dem Wetterschutz sind insbesondere folgende Punkte wichtig:
Lose Kapuzen, weit abstehende Kleidung oder lange Kordeln können sich an Bauteilen und Arbeitsmitteln verfangen.
Kältebelastung entsteht nicht nur im Freien. Auch in Kühlhäusern, Tiefkühlbereichen und auf offenen Verladerampen können dauerhaft tiefe Temperaturen, Zugluft und Kontaktkälte auftreten.
Typische Anforderungen sind:
Beim regelmässigen Wechsel zwischen kalten und wärmeren Bereichen muss die Kleidung so abgestimmt sein, dass Mitarbeitende weder auskühlen noch übermässig schwitzen.
Mitarbeitende im Winterdienst, in der Entsorgung oder im Strassenunterhalt arbeiten häufig bei Dunkelheit, Niederschlag und in unmittelbarer Nähe zum Verkehr.
Hier müssen insbesondere folgende Schutzfunktionen miteinander harmonieren:
In diesen Bereichen wechseln Wetter, Untergrund und körperliche Belastung oft innerhalb kurzer Zeit.
Abhängig von der Tätigkeit können neben dem Wetterschutz weitere Schutzfunktionen erforderlich sein, etwa:
Die Auswahl sollte nicht mit der Frage beginnen: «Welche Winterjacke kaufen wir?» Zuerst muss geklärt werden, welche Gefährdungen bei der konkreten Tätigkeit tatsächlich auftreten.
Die grundlegenden Pflichten der Arbeitgebenden ergeben sich in der Schweiz insbesondere aus dem Obligationenrecht, dem Unfallversicherungsgesetz und dem Arbeitsgesetz. Betriebe tragen die Verantwortung für die Sicherheit und Gesundheit ihrer Mitarbeitenden und müssen die vorhandenen Gefährdungen systematisch ermitteln.
Weiterführende Informationen bietet die EKAS unter Gesetzliche Grundlagen für Arbeitgebende.
Persönliche Schutzausrüstung ist grundsätzlich nicht die erste Massnahme. Schutzmöglichkeiten sollten in folgender Reihenfolge geprüft werden:
Substitution: Lässt sich die belastende Tätigkeit vermeiden oder durch ein weniger gefährdendes Verfahren ersetzen?
Technische Massnahmen: Sind Überdachungen, Windschutz, beheizte Kabinen, rutschhemmende Beläge oder mechanische Hilfsmittel möglich?
Organisatorische Massnahmen: Können Einsatzzeiten, Aufenthaltsdauer, Pausen oder Aufgabenverteilung angepasst werden?
Persönliche Schutzmassnahmen: Welche PSA ist zusätzlich erforderlich?
PSA bleibt dort notwendig, wo sich eine Gefährdung durch technische und organisatorische Massnahmen nicht vollständig beseitigen oder ausreichend reduzieren lässt.
Je nach Betrieb, Tätigkeit und Wetterlage können folgende Massnahmen sinnvoll sein:
In der Schweiz gibt es keine allgemeine Aussentemperatur, bei der sämtliche Arbeiten automatisch eingestellt werden müssen. Entscheidend ist immer die konkrete Belastung am jeweiligen Arbeitsplatz.
Für Arbeiten bei Nässe, Kälte und wechselndem Wetter hat sich das Mehrlagen- oder Schichtprinzip bewährt. Die einzelnen Lagen übernehmen unterschiedliche Aufgaben und können flexibel an Wetter und Arbeitsintensität angepasst werden.
Die Basisschicht wird direkt auf der Haut getragen. Sie soll Schweiss aufnehmen und möglichst schnell nach aussen weiterleiten.
Geeignet sind je nach Einsatz:
Entscheidend ist nicht die Dicke, sondern ein funktionierendes Feuchtigkeitsmanagement.
Reine Baumwolle ist bei schweisstreibenden Arbeiten häufig ungünstig, da sie viel Feuchtigkeit aufnimmt und nur langsam trocknet.
Die mittlere Schicht übernimmt die Isolation. Materialien, die viel ruhende Luft einschliessen, können Körperwärme besonders gut zurückhalten.
Typische Materialien und Produkte sind:
Die passende Stärke richtet sich nach Temperatur, Wind, Aktivität und Aufenthaltsdauer. Wer körperlich schwer arbeitet, benötigt in der Regel weniger Isolation als eine Person, die längere Zeit steht oder Überwachungsaufgaben übernimmt.
Die äussere Schicht hält Witterungseinflüsse ab. Je nach Einsatz sollte sie:
Entscheidend ist ein gutes Verhältnis zwischen Wetterschutz und Atmungsaktivität.
Eine vollständig dichte Jacke ist bei körperlich anstrengender Arbeit nicht automatisch die beste Lösung. Kann der entstehende Wasserdampf nicht entweichen, sammelt sich Feuchtigkeit im Inneren und die Kleidung wird trotz Regenschutz nass.
Im Arbeitsalltag helfen einige einfache Regeln:
Passende Funktionswäsche, Zwischenlagen sowie Regen- und Kälteschutzkleidung finden Betriebe bei Safety-Pro im Bereich Arbeits-, Berufs- und Schutzkleidung. Für eine saisonale Zusammenstellung bietet sich zudem die Kategorie PSA für den Winter an.
Nicht jede Arbeitsjacke ist automatisch PSA.
Arbeits- oder Berufskleidung schützt beispielsweise private Kleidung, erleichtert den Arbeitsalltag durch robuste Materialien und Taschen oder sorgt für ein einheitliches Erscheinungsbild.
Schutzkleidung als persönliche Schutzausrüstung erfüllt dagegen eine klar definierte Schutzfunktion. Sie wird entsprechend geprüft, gekennzeichnet und mit Herstellerinformationen ausgeliefert.
Ein Kleidungsstück kann gleichzeitig Arbeitskleidung und PSA sein. Entscheidend sind jedoch nicht Begriffe wie «Outdoor», «Winter» oder «Professional», sondern die nachgewiesenen Eigenschaften.
Vor der Auswahl sollten folgende Fragen beantwortet werden:
Zunächst muss festgelegt werden, wovor die Ausrüstung schützen soll. Möglich sind beispielsweise:
Eine Regenjacke für kurze Kontrollgänge muss andere Anforderungen erfüllen als Schutzkleidung, die einen ganzen Arbeitstag im Strassenbau getragen wird.
Bei körperlich schwerer Arbeit entstehen mehr Körperwärme und Schweiss als bei ruhigen Tätigkeiten. Deshalb können selbst Mitarbeitende am gleichen Arbeitsort unterschiedliche Bekleidung benötigen.
Bei der Auswahl sind unter anderem zu berücksichtigen:
Schutzkleidung muss auch über mehreren Lagen ausreichend Bewegungsfreiheit bieten. Zu weite Kleidung kann jedoch hängen bleiben oder die Bedienung von Maschinen erschweren.
Bei einer Anprobe sollten typische Bewegungen aus dem Arbeitsalltag getestet werden:
Die Kleidung darf dabei nicht stark hochrutschen, das Sichtfeld einschränken oder den Sitz anderer PSA verändern.
Wetter-PSA wird selten allein getragen. Sie muss häufig mit weiteren Schutzmitteln funktionieren, beispielsweise mit:
In der Praxis sollte unter anderem geprüft werden:
Die einzelnen PSA-Komponenten dürfen sich in ihrer Schutzwirkung nicht gegenseitig beeinträchtigen.
Unbequeme PSA wird häufig nicht konsequent getragen oder falsch verwendet.
Wichtige Merkmale sind:
Auch normgerechte Schutzkleidung erfüllt ihren Zweck nur, wenn sie richtig sitzt und im Arbeitsalltag akzeptiert wird. Mitarbeitende sollten deshalb frühzeitig in die Auswahl einbezogen werden.
Die SN EN 343 betrifft Schutzkleidung gegen Regen. Sie bewertet insbesondere:
Die Wasserdichtigkeit zeigt, wie gut Material und Nähte dem Eindringen von Wasser standhalten. Die Wasserdampfdurchlässigkeit beschreibt vereinfacht, wie gut Feuchtigkeit, die beim Schwitzen entsteht, nach aussen gelangen kann.
Für die Praxis bedeutet das:
Betriebe sollten deshalb immer die vollständige Kennzeichnung und die Herstellerinformationen des jeweiligen Produkts prüfen.
Die SN EN 342 betrifft Bekleidungssysteme und Kleidungsstücke zum Schutz in kalten Umgebungen bei Temperaturen von ungefähr –5 °C oder tiefer.
Zu den wichtigen Eigenschaften gehören insbesondere:
Die Norm bezieht sich auf Kleidung oder vollständige Bekleidungssysteme. Der Schutz von Händen, Füssen und Kopf ist nicht automatisch eingeschlossen und muss separat beurteilt werden.
Die SN EN 14058 betrifft Kleidungsstücke zum Schutz in kühlen Umgebungen bei Temperaturen oberhalb von –5 °C. Sie kann beispielsweise bei Arbeiten in kühlen Hallen, auf Verladerampen oder bei mässig kaltem Wetter relevant sein.
Die Temperaturangaben sind jedoch keine automatische Einsatzfreigabe. Ob ein Produkt ausreichend schützt, hängt zusätzlich von folgenden Faktoren ab:
Eine Norm bestätigt bestimmte geprüfte Eigenschaften. Ob diese für den konkreten Arbeitsplatz ausreichen, muss der Betrieb anhand der Gefährdungsbeurteilung feststellen.
Die SN EN ISO 20471 legt Anforderungen an hochsichtbare Warnkleidung fest. Sie betrifft unter anderem:
Die Norm unterscheidet drei Bekleidungsklassen. Mit steigender Klasse nehmen grundsätzlich die vorgeschriebenen Mindestflächen an Warn- und Reflexmaterial zu. Welche Klasse benötigt wird, hängt vom tatsächlichen Risiko und der jeweiligen Verkehrssituation ab.
Im Arbeitsalltag sind einige Punkte besonders wichtig:
Bei Tätigkeiten im Bereich öffentlicher Strassen muss die erforderliche Warnkleidung anhand der konkreten Arbeitssituation festgelegt werden.
Geeignete Westen, Jacken, Hosen und kombinierte Wetterlösungen finden Betriebe bei Safety-Pro im Bereich Warnschutzkleidung.
Fussschutz muss bei schlechter Witterung häufig mehrere Aufgaben gleichzeitig erfüllen. Neben dem Schutz vor mechanischen Risiken können folgende Eigenschaften wichtig sein:
Für kalte Böden kann die Zusatzkennzeichnung CI relevant sein. Sie bezeichnet eine geprüfte Kälteisolierung des Sohlenaufbaus.
Die Kennzeichnung allein reicht jedoch nicht aus. Der Schuh muss ebenso zur Bodenbeschaffenheit, zur mechanischen Gefährdung und zur Dauer der Belastung passen.
Häufige Fehler sind:
Socken aus Wolle oder geeigneten Funktionsmaterialien können Wärme speichern und Feuchtigkeit regulieren. Wichtig ist, dass der Schuh weiterhin korrekt sitzt und die Zehen genügend Bewegungsraum haben.
Eine Auswahl geeigneter Modelle bietet Safety-Pro im Bereich Fussschutz und Sicherheitsschuhe.
Kälte reduziert Kraft, Beweglichkeit und Tastgefühl der Hände. Gleichzeitig dürfen Kälteschutzhandschuhe nicht so dick sein, dass Werkzeuge oder Bedienelemente nicht mehr sicher bedient werden können.
Bei der Auswahl sollten mindestens folgende Punkte berücksichtigt werden:
Für Kälteschutzhandschuhe bietet die SN EN 511 eine wichtige Orientierung. Sie bewertet je nach Ausführung den Schutz gegen:
Bei mechanischen Arbeiten können zusätzlich Anforderungen nach SN EN 388 relevant sein.
Ein Handschuh kann gute Kälteschutzeigenschaften aufweisen und dennoch für eine bestimmte Arbeit ungeeignet sein. Deshalb müssen immer alle Gefährdungen gemeinsam betrachtet werden.
In der Praxis bewähren sich:
Passende Lösungen für unterschiedliche Tätigkeiten und Gefährdungen sind in der Safety-Pro-Kategorie Schutzhandschuhe zusammengefasst.
Helmmützen, Winterhauben und Balaclavas dürfen nur verwendet werden, wenn sie mit dem jeweiligen Schutzhelm kompatibel sind.
Eine ungeeignete oder zu dicke Kopfbedeckung kann:
Nach Möglichkeit sollte Zubehör verwendet werden, das für das jeweilige Helmmodell vorgesehen oder vom Hersteller freigegeben ist.
Eine Übersicht geeigneter Schutzhelme bietet Safety-Pro im Bereich Industrie- und Bauhelme nach EN 397.
Bei Kälte können Schutzbrillen aufgrund von Temperaturunterschieden und hoher Feuchtigkeit beschlagen. In der Praxis führt das mitunter dazu, dass sie hochgeschoben oder vollständig abgenommen werden.
Bei der Auswahl sind deshalb wichtig:
Bei Schnee und starker Reflexion kann ein geeigneter Filter erforderlich sein. Zu dunkle Gläser können bei Dämmerung oder beim Wechsel in Innenbereiche jedoch ein zusätzliches Risiko darstellen.
Auch bewölkte oder kühle Tage können mit einer erheblichen UV-Belastung verbunden sein. Besonders betroffen sind Personen, die regelmässig mehrere Stunden im Freien arbeiten.
Mögliche Schutzmassnahmen sind:
Für entsprechend gekennzeichnete UV-Schutztextilien kann beispielsweise die SN EN 13758-2 relevant sein. Der UV-Standard 801 ist ein zusätzliches Prüf- und Kennzeichnungssystem, jedoch keine allgemeine gesetzliche Schweizer PSA-Vorschrift.
Neben Normen und Leistungsklassen entscheidet auch die konkrete Konstruktion eines Kleidungsstücks darüber, wie gut es im Arbeitsalltag funktioniert.
Je nach Einsatz können folgende Merkmale sinnvoll sein:
Nicht jedes Detail eignet sich für jede Tätigkeit. Die Ausstattung muss zum Arbeitsablauf und zu möglichen Zusatzgefährdungen passen.
Eine Strassenbaukolonne arbeitet mehrere Stunden bei leichtem Frost, Wind und anhaltendem Regen. Gleichzeitig besteht ein erhebliches Risiko durch vorbeifahrenden Verkehr.
Ein mögliches Schutzkonzept umfasst:
Dabei benötigen nicht zwangsläufig alle Mitarbeitenden die gleiche Isolation. Wer körperlich schwer arbeitet, produziert mehr Wärme als eine Person, die längere Zeit den Verkehr überwacht.
Ein Werkhofteam räumt frühmorgens Schnee. Die Mitarbeitenden steigen häufig in Fahrzeuge ein und aus und arbeiten in unmittelbarer Nähe zum Strassenverkehr.
Besonders wichtig sind:
Zu lange oder steife Jacken können beim Einsteigen stören. Warnwesten über dicker Winterkleidung sind möglicherweise zu klein, ziehen sich hoch oder lassen sich nicht korrekt schliessen. Das vollständige Winter-Set sollte deshalb gemeinsam getestet werden.
Mitarbeitende transportieren Waren aus einem Kühlraum auf eine teilweise offene Verladerampe. Neben Kälte treten Zugluft, feuchte Böden und wechselnde körperliche Belastungen auf.
Ein mögliches Konzept enthält:
Die Kleidung muss so abgestimmt sein, dass Mitarbeitende beim Warenumschlag nicht überhitzen und anschliessend in feuchter Kleidung auskühlen.
Die gleiche Temperatur kann sich bei Wind, Regen oder geringer körperlicher Aktivität völlig unterschiedlich auswirken.
Zu warme Kleidung führt zu starkem Schwitzen. Dadurch steigt später das Risiko der Auskühlung.
Auch eine wasserdichte Aussenschicht kann von innen feucht werden, wenn Wasserdampf nicht ausreichend nach aussen gelangt.
Eine zu kleine Warnweste über dicker Winterkleidung sitzt schlecht, schliesst nicht richtig oder schränkt die Bewegungsfreiheit ein.
Eine Kapuze, Wintermütze oder dicke Jacke kann die Funktion von Helm, Gehörschutz, Schutzbrille oder Auffanggurt beeinträchtigen.
Auch hochwertige Wetterschutzkleidung kann feucht werden. Ohne Ersatzkleidung und ein funktionierendes Trocknungskonzept bleibt die Belastung bestehen.
Eine Norm beschreibt geprüfte Eigenschaften. Sie bestätigt jedoch nicht automatisch, dass ein Produkt für jede Tätigkeit, Temperatur oder Tragedauer geeignet ist.
Die beste Wetter-PSA erfüllt ihren Zweck nur, wenn sie im Arbeitsalltag konsequent getragen wird. Mitarbeitende sollten deshalb frühzeitig in die Auswahl und Erprobung einbezogen werden.
Ein praktikables Vorgehen:
Tätigkeiten und Gefährdungen erfassen.
Verbindliche Muss-Kriterien festlegen.
Geeignete Produkte anhand von Normen und Herstellerangaben auswählen.
Mehrere Grössen und Modelle im Arbeitsalltag testen.
Rückmeldungen strukturiert erfassen.
Die Kombination mit vorhandener PSA prüfen.
Reinigung, Lagerung und Ersatz organisieren.
Mitarbeitende instruieren.
Die Erfahrungen nach der ersten Saison auswerten.
Wetter- und Warnschutzkleidung muss entsprechend den Herstellerangaben gepflegt werden. Falsche Waschmittel, ungeeignete Waschtemperaturen oder eine nicht zulässige Trocknung können Materialien und Schutzfunktionen beeinträchtigen.
Regelmässig kontrolliert werden sollten:
Im Betrieb braucht es klare Zuständigkeiten:
Die Norm bewertet insbesondere die Wasserdichtigkeit und den Wasserdampfdurchgang von Wetterschutzkleidung.
Sie betrifft Bekleidung und Bekleidungssysteme für kalte Bedingungen bei Temperaturen von ungefähr –5 °C oder tiefer.
Sie gilt für Schutzkleidung in kühlen Umgebungen oberhalb von ungefähr –5 °C.
Die Norm legt Anforderungen an Warnfarben, Reflexmaterialien, Mindestflächen und Bekleidungsklassen fest.
Sie bewertet den Schutz gegen konvektive Kälte, Kontaktkälte und je nach Ausführung den Wasserdurchtritt.
Die Norm regelt grundlegende Anforderungen an Sicherheitsschuhe. Zusatzkennzeichnungen geben Auskunft über weitere geprüfte Eigenschaften wie die Kälteisolierung.
Die Norm betrifft die Kennzeichnung und Schutzwirkung entsprechend geprüfter UV-Schutzkleidung.
Deutsche Regelwerke wie die DGUV-Regel 112-189 oder DIN 33403 können ergänzende fachliche Hinweise liefern. Sie sind jedoch keine Schweizer Rechtsgrundlagen und müssen entsprechend eingeordnet werden.
Arbeitgebende müssen geeignete Schutzmassnahmen festlegen und die erforderliche PSA bereitstellen. Mit der Anschaffung und Ausgabe allein ist es jedoch nicht getan.
Ein vollständiges betriebliches Schutzkonzept umfasst:
Mitarbeitende sind ihrerseits verpflichtet, die bereitgestellte Ausrüstung gemäss Instruktion zu verwenden.
Vertiefende Hinweise zur systematischen Auswahl bietet der Safety-Pro-Artikel PSA richtig auswählen: Suva-Kriterien, EN-Normen und typische Fehler.
Je nach Tätigkeit gehören dazu Wetterschutzkleidung, geeignete Sicherheitsschuhe, griffsichere Handschuhe und bei schlechten Sichtverhältnissen Warnschutzkleidung. Welche Ausrüstung im Einzelfall erforderlich ist, ergibt sich aus der betrieblichen Gefährdungsbeurteilung.
Die Norm bezeichnet Schutzkleidung gegen Regen. Sie bewertet insbesondere den Widerstand gegen Wasserdurchtritt und den Wasserdampfdurchgang. Daraus lässt sich ableiten, wie gut ein Kleidungsstück gegen Nässe schützt und wie gut Feuchtigkeit nach aussen gelangen kann.
Die SN EN 342 betrifft Bekleidung und Bekleidungssysteme für kalte Umgebungen bei Temperaturen von ungefähr –5 °C oder tiefer. Die SN EN 14058 gilt für kühle Umgebungen oberhalb von –5 °C. Die Temperatur allein entscheidet jedoch nicht darüber, ob ein Produkt für eine bestimmte Tätigkeit geeignet ist.
Ist Wetterschutzkleidung aufgrund der Gefährdungsbeurteilung als persönliche Schutzausrüstung erforderlich, muss der Arbeitgeber geeignete PSA bereitstellen. Normale Privatkleidung oder reine Komfortbekleidung ist davon zu unterscheiden.
Es gibt keine allgemeine Temperaturgrenze, bei der sämtliche Arbeiten im Freien automatisch eingestellt werden müssen. Der Betrieb muss Temperatur, Wind, Nässe, Arbeitsintensität, Aufenthaltsdauer und weitere Belastungen gemeinsam beurteilen.
Ein allgemeines Ersatzintervall für alle Produkte gibt es nicht. Entscheidend sind Zustand, Nutzung, Verschleiss, Pflegehinweise und Herstellerangaben. Beschädigte oder nicht mehr ausreichend schützende PSA muss ersetzt werden.
PSA ist grundsätzlich für den persönlichen Gebrauch vorgesehen. Wird sie von mehreren Personen verwendet, muss der Betrieb durch geeignete organisatorische und hygienische Massnahmen sicherstellen, dass daraus keine zusätzlichen Gefährdungen entstehen.
Bei Arbeiten im Freien oder in kalten Bereichen reicht es nicht aus, einfach eine warme Jacke und wasserdichte Schuhe bereitzustellen.
Wirksamer Schutz entsteht erst dann, wenn Wetter, Tätigkeit, Aufenthaltsdauer, körperliche Belastung und weitere Gefährdungen gemeinsam betrachtet werden.
Für Schweizer Betriebe bedeutet das:
Wer Wetter-PSA sorgfältig plant, schützt seine Mitarbeitenden nicht nur vor Kälte und Nässe. Gleichzeitig lassen sich Sturz-, Kollisions-, Bedien- und Ausfallrisiken reduzieren.
Die richtige Wetter-PSA muss zur Tätigkeit, zur Umgebung und zur bereits verwendeten Schutzausrüstung passen. Gerade bei kombinierten Anforderungen – etwa Regen- und Warnschutz, Kälte- und Fussschutz oder der Abstimmung mit Helm und Auffanggurt – lohnt sich eine persönliche Abklärung.
Einen ersten Überblick über geeignete Produktgruppen bietet die Safety-Pro-Kategorie Saisonale Ausrüstung.
Safety-Pro unterstützt Betriebe bei der Auswahl geeigneter Produktkategorien, Schutzfunktionen und Normen sowie bei der Zusammenstellung einer praxistauglichen Ausrüstung für den Arbeitsalltag.
Nehmen Sie über das Kontaktformular mit Safety-Pro Kontakt auf, lassen Sie sich telefonisch beraten oder besuchen Sie das Team direkt vor Ort im Laden. Gemeinsam lässt sich klären, welche PSA für Ihre Mitarbeitenden und die konkreten Einsatzbedingungen geeignet ist.